Kategorie: Vietnam


Am Mittwoch und Donnerstag den 01. und 02. Dezember 2010 musste ich auf eine Messe in Vietnam in Ho Chi Minh City (HCMC) . Ich reiste aufgrund von Vorbereitungen für die Messe bereits am Dienstag an. Zusätzlich nahm ich mir Freitag den 03.12 frei, so dass ich auch noch am Wochenende in HCMC bleiben konnte. Somit hatte ich 3 Tage Messe gefolgt von 3 Tagen Urlaub in der Stadt.

Zu der Messe gibt es nicht viel zu sagen, außer das die Organisation mal wieder ein Chaos sonder gleichen war und mich an den Rand meines Verstandes trieb. Ich will nur soviel sagen: Die Messe wurde von einem Unternehmen im ersten Stock eines Hotels veranstaltet. Das Hotel war nicht dafür zuständig, wie die Messe aufgebaut wird und ob das klappt, geschweige denn dafür zuständig, wie all das Zeug für die Messe in den ersten Stock kommt. Das Hotel war nur dafür da den Gästen des Hotels einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. Der Messeveranstalter hatte aber keinen Aufzug mitgebracht und auch keine eigene Treppe für den ersten Stock dabei, sondern war hierbei auf das Hotel angewiesen oder besser gesagt vom Hotel abhängig. Vielleicht erwähne ich noch, dass das Personal des Hotels Vietnamesen waren, das Messeunternehmen einen thailändischen Vertreter geschickt hatte und ich Deutscher bin der alles gerne im ersten Stock aufgebaut hätte. Mit ein wenig Vorstellungskraft kann man sich ausmalen was da vor Ort los war. Bis auf unseren 50kg schweren portablen Messestand hab ich so ziemlich alles was wir dabei hatten selbst in den ersten Stock geschleppt während die asiatische Welt über Zuständigkeiten und optimale Lösung des Transports ieber die 15 Stufen im Hiotel nachgedacht hat. Es gab noch weitere Komplikationen, aber man kann sich vorstellen, dass das nur noch ein Tropfen auf den heißen Stein war.

Interessanter waren die drei Tage Freizeit. Am Freitag Vormittag wurde ich von einem Fahrer unseres Agenten in HCMC abgeholt. Die Kollegen vor Ort hatten ihren eigenen Unternehmensfahrer mobilisiert, um mich zu den Chu Chi Tunnels zu fahren. Diese liegen zwar nur ein paar Kilometer außerhalb der Stadt, aber auch hier hat Autobahn und Highway eine andere Dimension als bei uns. Die Fahrt dauerte 2h. Nachdem ich ein Ticket für die gefuehrte Tour erworben hatte ging es auch sogleich los. Irgendwie war ich allerdings weit und breit der einzige Mensch und hatte somit einen Tourguide für mich. Zunächst sollte ich mir einen Dokumentarfilm über die Chu Chi Tunnels anschauen. Darauf habe ich mich fast schon gefreut, da man eigentlich nur Bäume sieht und ich irgendwie auch gar nicht so genau wusste, wo genau auf der Karte von Vietnam ich war. Allerdings stellte sich der Dokumentarfilm über die Chu Chi Tunnels als 15 minütige Gehirnwäsche raus, in der man gezeigt bekam, wie böse und schlecht die Amerikaner sind. Das ganze wurde untermauert mit Bildern bei denen amerikanische Kriegsflugzeuge Bomben abwerfen und fast nur unschuldige Frauen und Kinder getroffen haben. Gleichzeitig haben aber die Vietnamesen ständig Amerikaner erschossen und irgendwer hat im Film applaudiert. Über die Chu Chi Tunnels war nichts zu hören. Nach dieser Enttäuschung war die Vorfreude dann erst mal weg und die Erwartung an die Qualität, was nun noch kommt entsprechend gering. Aber ich hatte mich getäuscht. Der zunächst total unfreundliche und gar nicht sprechen wollende vietnamesische Tourguide (Angestellter von den Chu Chi Tunnels oder so) wurde auf einmal richtig nett und gesprächig als ich ihn Fragte, ob ihm sein Job gefällt und ob er genug verdient und ob er eine Familie hat.

Die Tour war in der Tat sehr sehr interessant, man bekam die Belueftung der Tuneel, die Tunnel selbst sowie alle moeglichen Arten von Fallen, die aufgestellt wurden gezeigt und erklaert. Ausserdem gab es ein Teil der Tunnel, die vergroessert wurden, so dass die Touristen auch durchpassen. Man konnte dann 50 Meter oder so unterirdisch in einem Tunnel laufen/krabeln. Der Tourguide gin mit einer Taschenlampe vorneweg und hat diese auf der haelfte vom Weg ausgemacht. Als er sie 4 Sekunden spaeter vieder angemacht hat war er am Ende des Tunnels angekommen. Ich war mit sicherheit nicht langsam, aber das war schon verblueffend schnell (nein der Tourguide ist im Tunnel nicht abgebogen und wurde durch einen aehnlichaussehenden am Ende des Gangs ersetzt ;-) ).

Als ich aus dem Tunnel rauskam war ich erst mal dermassen nassgeschwitzt, dass ich mich erst mal abtronknen musste und was trinken musste. Dann ging es noch zu einem Souvenirshop und am Ende gab es auf kosten des Hauses einen Tee und ein Gebäck aus Reis.

 

Chu Chi Tunnels 01

Landkarte der Chu Chi Region und der Lage der Tunnel.

Chu Chi Tunnels 02

Modell der Tunnel.

Chu Chi Tunnels 03

Das ist eine Falle...

Chu Chi Tunnel 04

Einstieg in das Tunnelsystem. Vllt. Schuhgrösse 47?

Chu Chi Tunnel 05

Beim Testeinstieg in die Tunnel.

Chu Chi Tunnel 06

Drinne...

Chu Chi Tunnel 07

Ein weiterer Eingang

Chu Chi Tunnel 08

Mein Tourguide beim Erklaeren der Beluftungseinrichtung in Form eines Erdhuegels.

Chu Chi Tunnel 10

Ein Schutzgraben

Chu Chi Tunnel 11

Eine weitere Falle, die an Türen eingesetzt wurde, da die Amerikaner wohl gerne mal unangemeldet in Häusern eingeschneit sind.

Chu Chi Tunnels 12

Die Blindgänger wurden wiederverwendet...

Chu Chi Tunnels 13

In den Tunneln...

Chu Chi Tunnels 14

In den Tunneln...

Chu Chi Tunnels 15

Eine Kueche. Es wurde immer nur morgens gekocht, wenn es noch dunstig war, dass man den Rauch nicht gesehen hat, wenn ich mich recht erinnere...

Dann ging es zurueck in die Stadt und ich habe mich in dem Guesthouse, in dem ich bereits schon einmal war fuer zwei Nächte eingebucht. Am Abend bin ich in das Acoustic Cafe gegangen. Es handelt sich hierbei um eine Art Bar oder Pup bei dem jeden Abend eine sehr interessant zusammengesetzte Band spielt. Da die Bar etwas ausserhalb des District 1, in dem sich bzgl. Bars und Clubs das Nachtleben abspielt, liegt, sind hier nahezu nur Local unterwegs.

Am Samstag habe ich mir dann nach dem Frühstück einen Roller geliehen und bin so weit wie es geht alle Sehenwuerdigkeiten der Stadt abgefahren. Hierunter waren:

Am Samstag Abend ging es dann in den Seventeen Saloon in der Pham Ngu Lao Street.

Am Sonntrag habe ich dann ausgeschlafen, in Ruhe gefrühstückt, habe den Roller abgegeben und war dann mehr oder weniger den gasamten Vor- und Nachmittag auf dem Ben Thanh Market einkaufen und habe auch noch mal zu Fuss die Region um den Ben Thanh Market abgeklappert. Ich habe mir ein paar T-Shirts gekauft und auch diverse Kopien von Lonely Planets zugelegt. Ausserdem habe ich mir noch einen 60 Liter Rucksack gekauft, den ich fuer meine Tour mit dem Steinheimer brauch. Das Zeug konnte ich alles mit nach Singapore nehmen, da ich ja Singapore Airlines geflogen bin und 25kg Gepäck mitnehmen konnte.

 

 

 

Ho Chi Minh City

Am vergangenen Wochenende, Freitag 14.05 bis Sonntag 16.05, war ich mit insgesamt 9 weiteren deutschen Praktikanten in Ho Chi Minh City. Flug und Unterkunft waren bereits gebucht. Los ging es um 19:55 am Changi Airport. Da jedoch jeder bis um 18 uhr arbeiten musste, es ein Weilchen dauert bis man mit der Bahn am Flughafen ist, Taxi zwar eine schnelle aber recht teure Alternative darstellt und man mindestens eine Stunde vor Abflug da sein sollte, hatten wir einen sehr straffen Zeitplan.

Meine Reisetasche hatte ich bereits mit ins Büro genommen, so dass ich nach der Arbeit direkt losfahren kann. Ich vergewisserte mich tagsüber noch einmal, wann die Check-In-Schlater schließen: 40 Minuten vor Abflug, also in unserem Fall 19:15.

Ich nahm daher um 17:50 den Bus zur Buona Vista MRT-Station. Von dort aus ging es in die MRT Richtung Flughafen. Um 18:45 war ich dann bei Tanah Merah, die Station an der man umsteigen muss, um zum Flughafen zu kommen. Ich wartete auf die Bahn zum Fluhafen jedoch kam bis 18:50 keine. Dann stand auf der Anzeigetafel, dass die nächste Bahn in 6 Minuten kommt. Eine Kurze Überschlagsrechnung verdeutlichte mir dann das Malheur:

  • in 6 Minuten kommt die Bahn -> 18:56
  • 5 Minuten zum Flughafen T3 -> 19:01
  • da Abflug in T1 ist muss ich noch mit dem Skytrain zu T1, ca. 5 Minuten -> 19:06
  • plus diverse Laufzeiten und Wartezeiten noch einkalkuliert -> mindestens 19:15!

Ich entschied mich also sofort von Tanah Merah mit dem Taxi zum Flughafen direkt zu T1 zu fahren. Dort kam ich dann um 19:05 an. 5 Leute warteten bereits auf mich. 2 kamen direkt nach mir an, so dass wir bereits anfingen einzuchecken. Einer, der 6. für den ich noch mit gebucht hatte, war jedoch noch nicht da. Er war noch in der Bahn zum Flughafen. Wir teilen ihm mit, dass der Schalter in ca. 4 Minuten schloss. Gegen 19:20 traf dann auch Stefan ein, so dass auch er gerade noch so einchecken konnte.

Einige wollten sich noch etwas bei McD zu essen holen, bevor es in den Flieger ging, weshalb wir uns direkt nach dem Einckecken aufteilten. Leider warf jedoch keiner einen Blick auf das Flugticket und die Zeit, wann die Gates schließen; hatte man es ja gedanklich gerade so noch geschaft. Während wir also auf dem zu den Gates waren stellten wir fest, dass diese um 19:23 schließen, was in 2 Minuten war. Wir mussten uns also beeilen. Im Rennen teilten wir den anderen bei McD mit, dass sie sich äußerst beeilen müssen, da die Gates in 2 Minuten schließen. Am Gate angekommen stellten wir jedoch fest, dass der Fleiger noch gar nicht angekommen ist und wir hatten also noch Zeit.

In Ho Chi Minh City (HCMC) angekommen mussten wir zunächst unseren Visastempel abholen. Dies dauerte inkl. der eigentlichen Einreise ca. 1h.  Da es bereits 22 Uhr war gingen anschließend  direkt zum Taxistand. Dort wurden wir direkt empfangen und es wurde uns für überteuerte 25 USD angeboten in die Stadt gebracht zu werden. Ein Freund von mir war eine Woche zuvor bereits in HCMC und kannte daher den Preis für ein Taxi. Dieser lag bei 90.000 Dong (= 3,75 EUR). Da wir jedoch diesmal eine recht große Gruppen waren und zusammen in einem Großraumtaxi in die Stadt wollte, war eine gewisse Abweichung von diesem Preis gestattet. Er erklärte also dem Taxifahrer das wir alteingesessene Asiaten waren, die die Preise genaustens kennen. So waren wir relativ schnell bei 20 USD. Allerdings war unser Verandlungsziel 15 USD. Dies stellte sich jedoch insgesamt als schwierig zu verandeln heraus. Es ging uns jedoch ums Prinzip und 2 USD pro Person ist für vietnamesische Verhältnisse durchaus viel. Daher gaben wir nicht auf und drohten damit den Profit einem anderen Taxifahrer zukommen zu lassen. Wir fuhren sodann relativ schnell zu 10. in einem Minibus für 17 USD in die Stadt.

Ho Chi Minh City (Saigon)

Ho Chi Minh City (Saigon)

Angekommen im Nhat Than Guesthouse in der Bui Vien Street, stellten wir unser Gepäck im Guesthouse ab und buchten im diesem eine Tour ins Mekong Delta für den kommenden Tag. Der Preis lag bei 14 USD pro Person und es sollte um 07:30 losgehen. Anschließend zogen wir  dann etwas um die Häuser. Wir landeten am Ende unweit von unserem Guesthous entfert in der Buffalo Bar und verweilten hier bis 4 Uhr morgens.

Bui Vien Street bei Nacht

Bui Vien Street bei Nacht

Bui Vien Street bei Nacht

Bui Vien Street bei Nacht

Bui Vien Street bei Tag

Bui Vien Street bei Tag

Mein Zimmerkollege hatte sein Handy auf 8 Uhr Singapore Zeit gestellt, da dies abzüglich 1h Zeitdifferenz zwischen Singapore und HCMC 7 Uhr ist und dies zum Frühstücken und fertig machen langen sollte. Ich wachte aus welchem Grund auch immer um 7:10 Uhr nach dieser Uhr auf (was erst 6:10 Uhr war) und sprang aus dem Bett, da mir klar war, dass wir verschlafen hatten. Nachdem ich ihn hecktisch weckte während ich mich bereits anog,  teilte er mir mit, dass noch genügend Zeit wäre, da der Wecker schon rechtzeitig klingelt. Ich zog mich also wieder aus und legte mich wieder schlafen, war jedoch nach 2h schlaf komischerweise top fit. Nichtsdestotrotz bin ich immer wieder eingedöst.

Um 7:45 vietnamesiche Zeit! klopfte es dann an der Tür wo wir denn bleiben, unser Bus und Tourguide wartet bereits auf uns. Der Wecker hatte irgendwie nicht geklingelt, ich bin wieder eingeschlafen und mein Zimmerkollege hatte ja sowieso geschlafen.

Wir spangen also in unsere Klamotten, nahmen uns in der Eingangshalle vom “Frühstücksbuffet” ein trockenes Brötchen und zwei Bananen mit. Dann folgte eine 2,5h interessante Fahrt zu zehnt in einem Minibus, in dem die Temperatur alle 5 Minuten gefühlte 60 Grad Celcius anstieg. Beinfreigheit gab es nur in der ersten Reihe, in der die meisten nicht saßen. Nach 10 Minuten tauschten also einige Leute die Plätze. Die beiden einklappbaren Sitze an der Seiten waren eigentlich in Ordnung, jedoch viel nach dem Plätzetauschen bei einem Sitz die Lehne nach hinten und rastete nicht mehr ein beim anderen Sitz, auf dem ich saß die Sitzfläche nicht mehr ein.  Auch eine zwei-minütige Inspektion der Sachlage lieferte keinen Erfolg. Verrückt. Den Rest der Fahrt verbrachte ich also in 15%iger Schieflage. Schlimm war dies nicht, denn es gab zum Einen viel zu sehen und zum Anderen waren die Straßen dermaßen schlecht, dass man eher aufpassen musste sich keine Gehirnerschütterung zu holen, wenn der Kopf an die Decke knallt.

Wir verbrachten den ganzen Tag im Mekong Delta und durchliefen dort die verschiedenen Stufen der Tour. Zuerst stand eine Fahrt zum Floating Market an, also ein Markt, bei dem man sich mit seinem Boot auf dem Wasser mit anderen trifft und Waren tauscht. Es ging weiter zu einer Art Restaurant. Hier gab es Honigtee aus Eigenproduktion zum probieren, eine Python zum um den Hals hängen und jede Menge Souvenirs. Anschließend ging es in eine Kokusnuss-Bonbon-Manufaktur. Hier lautete das Motto: handmade. Hier konnte man ebenfalls die hergestellten Produkte direkt kaufen und viele andere Souvenirs.

Floating Market

Floating Market

Das Highlight war jedoch der Schlangenschnaps. Interessant ist hier der Herstellungsprozess wie wir durch den Tourguide erfuhren: Die Giftschlage(n) kommt lebend(?) in ein Gefäß. Dann wird Alkohol über sie gegossen. Die Schalge gibt (zur Verteidigung oder Panik?) ihr Gift ab. Da dieses proteinbasiert ist, kann es durch Ethanol sozusagen neutralisiert werden bzw. es findet eine Denaturierung statt . Noch bissi lagern. Prost.

Schlangenschnaps

Schlangenschnaps

Anschließend ging es mit dem Boot ca. 1h weit ins Mekong Delta hinein. Dort wurden wir dann in Holzkanus an einen Ort gefahren, an dem wir unser Mittagessen zu uns nehmen konnten. Von dort aus ging es dann zurück zum Bus. Wir waren gegen 17:30 wieder in HCMC. Dort gingen sodann eine Pizza essen und besprachen den Plan für den Abend.

Auf dem Weg ins Innere des Mekong Deltas

Auf dem Weg ins Innere des Mekong Deltas

Im Inneren des Mekong Deltas

Im Inneren des Mekong Deltas

Auf den Holzkanus

Auf den Holzkanus

Ich habe ein wenig nachgeholfen

Ich habe ein wenig nachgeholfen

Da die Meinung darüber, was man am Abend machen könnte, weit auseinander gingen, bilden sich sozusagen zwei Gruppen. Ich war in der Gruppe, die sich bereit erklärte meinem Rat, was interessant ist zu sehen, folgte. Wir gingen zunächst in die Saigon Saigon Bar. Diese ist im 9. Stock des Caravelle Hotels gelegen. Hier spielt allabendlich eine cubanische Band und man soll einen tollen Blick auf die Stadt haben. All das traf  zu, jedoch waren Getränke recht teuer und der Ausblick nicht wirklich beeindruckend. Die zweite Station auf meinem ToDo-Zettel war das sogenannte Acoustic Cafe ca. 1km vom Stadtkern entfernt. Hier sollten überwiegend Einheimische verkehren und auch eine Band Livemusik spielen. Auch dies traf zu. Das kleine Cafe war voll bis unters Dach und die Stimmung war riesig.

Ausblick von der Saigon Saigon Bar im Caravelle Hotel

Ausblick von der Saigon Saigon Bar im Caravelle Hotel

Im Acustic Cafe

Im Acustic Cafe

Innerhalb von 1,5h traten 5 verschiedene Sänger auf, die von älteren Rockliedern über Michael Jackson bis hin zu aktuellen Titeln alles boten. Hier gingen jedoch schlagartig um 23:30 die Lichter aus und wir machten uns auf zum nächsten Club, der in der Nähe vom Opera House gelegen war.  Der Taxifahrer wusste nicht, wo dieses genau ist und setzte uns am Sharaton Hotel ab. Das war allerdings kein Problem, da ich wusste wo wir sind und wir alle sowie noch USD und SGD in vietnamesische Dong wechseln mussten, was man im Sheraton Hotel wunderbar machen kann.

Sodann ging es ins Lush. Alle bis auf mich hatten eine Jeans an uns so kam es, dass mir am Eingang gesagt wurde, dass ich mit Shorts keinen Eintritt bekommen könnte. Gleichzeitig erkannte der Türsteher jedoch, dass er an uns evtl. viel Geld verdienen könnte, weshalb er seinen Manager rief. Dieser zeigt mir dann die Getränkekarte und schlug die Seite mit den “Black Labels” auf. Unter der Voraussetzung, dass wir eine dieser Flaschen für 1,7 Millionen Dong (71 Euro) kaufen, könnte er mir ausnahmsweise mit Shorts reinlassen. Ich teilte meinen Freunden das nett gemeintge Angebot mit und entschied mich stattdessen lieber die 5 Minuten mit dem Taxi nach Hause zu fahren, die Hose zu wechseln und wieder mit dem Taxi hin zu fahren. Die Kosten hierfür lagen nämlich bei ca. 3 Euro und 15 Minuten (höchstens). Allerdings setzte dann einer nach und sagte dem Manager, dass bereits einige unserer Freunde im Club seien und es sich um unseren letzten Abend handelte. Diesen wollen  wir unbedingt zusammen mit unseren Freunden feiern und werden daher sicherlich viel Geld für Bier ausgeben. Wir teilten jedoch auch gleichzeitig mit, dass die Alternative hierzu ist, dass einer mit Jeans reingeht und unsere Freunde rausholt, so dass wir zusammen in einem anderen Club feiern können.

Die Drohung nahm der Manager ernst und auf einemal war es überhaupt kein Problem, dass ich Shorts an hatte. Unsere Freunde waren nicht im Club und nachdem mir von einem “Aufpasser” im Club mitgeteilt wurde, dass fotographieren nicht erlaubt ist im Club, habe ich aus Prinzip den ganzen Abend nichts mehr getrunken. Gegen 2:00 Uhr beendeten wir den Abend.

Das Lush in HCMC

Das Lush in HCMC

Am nächsten morgen sind 6 Leute der Truppe zu den Chu Chi Tunneln gefahren. Ich hatte mit meinem Kumpel ausgemacht wir bleiben in der Stadt, da ich von dieser bisher noch nicht viel gesehen hatte, er in der Woche zuvor bereits bei den Tunneln war und nciht noch mal hinwollte. Ankathrin musste sowieso um 14:30 bereits zurück fliegen. Unser Flug ging erst um 21:35.

Ich habe bis 10 Uhr geschlafen, anschließend ein Omlett und Brötchen im “Frühstücksraum” zu mir genommen und habe mich dann mit den anderen beiden getroffen. Ankathrin wollte noch eine Kleiningkeit einkaufen und dann Richtung Flughafen. Ich und Christian wollten sowieso mit dem Roller die Stadt erkunden, weshalb wir beide eine brillante Idee hatte: wir mieten uns einen Roller und fahren Annkathrin zum Flughafen, sie spart sich 2,20 Euro Taxi und wir wollten sowieso rumfahren. Auf dem Rückweg vom Fluhafen können wir dann hinfahren wo wir wollen.

Wir gingen also zu einem Rollerverleih-Laden. Dort erkundigte ich mich nach dem Preis für einen Roller. Ein Roller “local” Art (bissi alt, bissi treckig, bissi kaputt) kostete 100.000 Dong (4,20 Euro) für den ganzen Tag. Da wir zwei nehmen mussten (Ausländer zahlen 200.000 Dong Strafe, wenn sie zu mehr als dritt auf einem Roller erwischt werden) aber der zweite Roller bereits um 17 uhr wieder zurück sein musste, bekamen wir dieses wesentlich bessere Modell zum Schnäppchenpreis von 80.000 Dong. Ich hinterlegte ihr meinen Reisepass als Sicherheit. Sie wies mich darauf hin, dass ich 1000 USD zahlen müsste, wenn ich den Roller “verliere” (ich hätte ihr am liebsten entgegengesetzt, dass sie ca. 10.000 USD an mich zu zahlen hat, wenn sie meinen Reisepass verliert, aber das verkniff ich mir dann doch). Sie wollte noch meinen Führerschein sehen. Diesen hatte ich natürlich nicht dabei. Deshalb sagte ich “just a moment please”, holte mein Portmonaie raus, legte ihr meinen Employment Pass aus Singapore hin und sagte “take this, this is my Singaporian drivers license”. Sie schaute kurz drauf und sagte dann “ok.” Und schon ging es los.

Kurz vor der Abfahrt in der Bui Vien Street

Kurz vor der Abfahrt in der Bui Vien Street

Christian bekam den local Roller, da er erfahrener Motorradfahrer ist und Annkathrin belegte seinem Sozius samt Gepäckt. Ich bekam den etwas neueren. Beiden waren Halbautomatik. Der local Roller war natürlich nicht betankt und es ging daher erst mal an die Tankstelle. Von dort aus dann Richtung Flughafen. Erfahrungsgemäß sollten wir nach ca. 20-30 Minuten dort sein.

Warten an einer Bahnschranke. Eine Bahn ist nie gekommen...

Warten an einer Bahnschranke. Eine Bahn ist nie gekommen...

Nach ca. 45 Minuten fahrt und einer aktuellen Uhrzeit von 13:30 mussten wir uns geschlagen geben: wir hatten uns verfahren und keiner wusste wo wir sind geschweigedenn wie wir zum Flughafen kommen. Wir hielten also an und fragten die Leute am Straßenrad und in den Geschäften. Allerdings war die Situation aussichtslos: den letzten Vietnamesen, der evtl. englisch spricht, hatten wir wahrscheinlich vor ca. 20 minuten passiert. Wir entschieden uns also noch weiter zu fahren und am nächsten Hotel oder ähnlichem anzuhalten.

Allerdings war die Fahrt nach weiteren 25 Sekunden auch schon wieder zu Ende. Der local Roller hatte einen Platten auf dem Vorderrad. Nun musste improvisiert werden. Ankathrin versuchte verzweifelt ein Taxi anzuhalten, während ich auf die Roller aufpasste damit sie nicht “verloren” gehen und Christian lief die Straße entlang um eine Werkstadt zu suchen. Zu dieser Zeit waren es gefühlt 56 Grad in der Sonne.

Es passierte ca. alle 2 Minuten ein Taxi allerdings war dieses bereits besetzt. Ankathrin hatte jedoch Glück: das 6 oder 7 war dann frei, so dass sie noch pünktlich zum Flughafen kam (ich habe heute erfahren, dass wir gar nicht sooo weit weg waren vom Flughafen). Christian kam nach 20 Minuten zurück und teilte mir mit er habe eine Werkstadt gefunden, die ihm den Reifen wechseln würden und der Mechaniker kann sogar etwas englisch. Er schob also den Roller zur Werkstadt. Der Mechaniker benötigte ca. 30 Minuten um den Reifen mit 3 oder 4 Löchern im Schlauch zu flicken. Reperaturkosten: 58  Eurocent.

Werkstatt in HCMC. Der Reifen muss geflickt werden...

Werkstatt in HCMC. Der Reifen muss geflickt werden...

Werkstatt in HCMC. Der Reifen wird geflickt...

Werkstatt in HCMC. Der Reifen wird geflickt...

Werkstatt in HCMC. Und noch ein Loch, und noch eins...

Werkstatt in HCMC. Und noch ein Loch, und noch eins...

Wir entschieden uns also auf direktem Wege zurück in die Stadt zu fahren, so dass wir pünktlich um 17 Uhr den Roller zurückbringen können. Allerdings musste der Weg erst gefunden werden. Nach ca. 20 Minuten Fahrt in die Richtung, die vom Gefühl her Richtung Stadt war, kamen wir dann am Flughafen an! Das war aber nicht weiter schlimm, denn von hier aus wusste ich definitv den Weg zurück in die Stadt. Nachdem wir dann am Flughafen gedreht hatten, machte jedoch der local Roller seltsame Geräusche in der Nähe des Getriebes. Allerdings war sich Christian sicher, dass nur die Kette beim Anfahren leicht drüber rutscht. Allerdings wurde es von Kreutzung zu Kreutzung schlimmer und wir waren ca. 24 Kreutzungen vom Roller-Verleih-Shop entfernt. Christian war sich dann nach kurzer Zeit sicher, dass etwas am Getriebe ist. Mittlerweile war es so schlimm, dass er nicht mehr anfahren konnte und den Roller an der Ampel erst mit den Füßen anschieben musste, bis er auf einer gewissen Geschwindigkeit war (was auf vietnamesischen Straßen alles außer lustig ist). Dann konnte er unter furcheinflößenden Geräuschen den Roller auf ca. 30 km/h beschleunigen.

Wir hatten es irgendwie geschafft und waren kurz vor dem Shop. Bevor jedoch eine Diskussion über den Verursacher des Schadens und über die notwendigen Reperaturkosten ausbricht, hatten wir uns abgesprochen, dass ich vorfahre, so dass er sieht wo der Shop ist. Er wollte dann kurz vorm Shop den Roller ausmachen und mit der Restgeschwindigkeit die Rampe hochrollen. Gesagt, getan. Ich habe meinen abgestellt. Er kam 20 Sekunden später schön leise angerollt. Ich habe das Geld bezahlt, meinen Reisepass und “Führerschein” geschnappt und wir sind um die vier Ecken abgehauen.

Die anderen waren nun bereits von den Chu Chi Tunnel auch wieder da, deshalb ging es zum Abschluss auf den Ben Thanh Markt, um noch das eine oder andere Souvenir zu kaufen. Ich entschied mich für eine Reihe von T-Shirts, acht an der Zahl. Ein andere für insgesamt drei. Nach ewig langem Suchen der passenden Größen ging es mal wieder ans Verhandeln. Mit meiner “1/3 oder weniger Regel” im Kopf war ich mir meiner Sache ziemlich sicher und übernahm das Ruder für ihn mit, zumal ich auch bereits am Vortag in einem Laden direkt neben unserem Gasthaus mich nach T-Shirtpreisen erkundigt hatte. Ich wusste also, dass man ein Shirt für 35.000 Dong (1,46 Euro) bekommen kann.

Sie eröffnete nach wildem getippe auf dem Taschenrechner die Preisschlacht mit 1.7 Millionen Dong. Ich nahm mir den Taschenrechner und tippte ein: “35.000 * 11 = 385.000″. Sie musste nur lachen und meinte, dass könne sie nicht machen. Ich hielt ihr entgegen: “Of course you can and the funny thing is that I know it.” Sie entgegnete, dass sie das definitiv nicht kann und reduzierte im gleichen Moment auf 1,2 Millionen Dong und fragte mich nach meinem letzten Angebot. Ich sagte ihr, dass 385.000 Dong bereits mein letztes Angebot waren und wies darauf hin, dass ich sehr oft in Vietnam bin und jedes mal extrem viele T-Shirts kaufe und daher genau weiß, wie die Preise liegen. Sie erklärte mir dann, dass ich verschiedenartige T-Shirts habe und diese sich in der Qualität unterscheiden und sie mir nicht für alle den Preis der günstigsten Kategorie geben kann (was ich ihr definitv vorgeschlagen hatte mit meiner Kalkulation). Ich kam ihr entgegen und schlug daher vor, zunächst die günstigste Kategorie zu verhandeln. Das Spiel wiederholte sich. Sie nennt einen exorbitanten Preis um die 670.000 Dong, ich nenne ihr allerdings 6*35.000 = 210.000 und zog noch mal 10.000 ab, also 200.000 Dong für die günstigen Shirt. Sie redete auf mich ein, dass ich sie arm machen würde etc. und ich bin ein wenig hochgegangen auf 40.000. Sie ist am lamentieren und ich falle ihr ständig ins Wort mit einem äußerst bestimmten “no”. Sie rezudiert den Preis in 20.000 Schritten nach unten wärend ich hin und wieder mal die Diskussion auf Null setze indem ich 1.000 Dong nach oben gehe. Am Ende einigten wir uns auf 6*45.000 = 270.000 Dong, also 1,88 Euro pro Shirt.

Was sie nicht wusste war, dass ich meine großzügigen Zugeständnisse in der günstigsten Kategorie nur als Strategie verwendete. Ich konnte ihr dadurch eine echte Kaufbereitschaft für viele T-Shirts signalisieren ohne das mich dies viel kostete. Zusätzlich hatte ich mir eine äßerst detaillierte Excel-Tabelle erstellt, in der ich mir in 1 Euroschritten die entsprechenden Kurse in USD, SGD und VND vermerkte. Sie hatte also auch nicht die Möglichkeit mich durch scheinbare Zugeständnisse im 1.000 Dong-Bereich zu verwirren.

Nun ging es in die zweite Runde, die T-Shirts in der “Mittelklasse”. Sie will 220.000 Dong pro Shirt. Ich schlage ihr 50.000 pro Shirt vor. Sie fragt mich, wieso ich den gleichen Preis vorschlage wie eben bei den günstigen Shirts, wenn diese doch besserer Qualität seien. Ich wies sie auf die Differenz von 5.000 hin und teilte ihr mit, dass dies meine zusätzliche Zahlungsbereitschaft für die bessere Qualität ist. Nach ewiger Diskussion, in der sie den Preis auf 110.000 reduzierte und ich ihr bis auf 75.000 entgegengekommen bin, was der Preis war, bei dem ich den Nicht-Kauf einer weiteren Erhöhung vorzog, kam die Verhandlung ins stocken: Sie dachte sie könnte mich zu weiteren Erhöhungen überreden, ich hatte mein Limit erreicht. Ich wies alle Diskussion mit ein “no” von mir. Nach dem 30. mal nachfragen, sagte ich ihr, dass wir besser die nächste Kategorie verhandeln, da wir uns nicht einigen können. Darauf hin waren dann die Shirts für 75.000 (3,10 Euro) je Stück in meiner Tüte.

In der preishöchsten Kategorie hatte ich leichtes Spiel, da sie mittlerweile gemerkt hat, dass ich mit der Umrechnungstabelle und einer gewissen Verhandlungssicherheit mir meiner Sacher zu sicher war und sie mir tatsächlich um Einiges entgegenkommen muss, wenn sie was verkaufen will. Ein Kumpel hatte sich in der zwischenzeit noch eine Kurze Hose herausgesucht und sie mir gegeben. Ich verhandelte daher die Shirts und die Hose. Preis für alle drei Teile irgendwas um die 750.000. Ich tippte in den Rechner 300.000. Sie bettelte mich an mehr zu bezahlen und stopfte meine Klamotten in die Tüte zu den Shirts mit dem Hinweis für 600.000 kann ich das Zeug mitnehmen. Ich zog die Teile aus der Tasche und sagte: “What are you doing? For 300.000 you can put it back into my bag. Otherwise not.” Sie sagte mir dass es ihr kein Spaß macht mit mir zu verhandeln und ich die Preise viel zu gut kenne. Ich wies sie darauf hin, dass ich ihr das von Anfang an gesagt hatte. Sie wollte die Teile nun für 440.000 in die Tüte tun. Gleiche Reaktion von mir mit einer Erhöhung auf 320.000. Da es schon spät war meinte mein Kumpel direkt hinterher: “ok. 350.000″. Dann ging es relativ schnell in 10.000 Schritten auf 360.000 runter gefolgt von Bitten doch noch 10.000 draufzulegen, was ich Kategorisch abwies. Sie steckte dann das Zeug in die Tüte und und meinte: “ok. You win.”

Um 19 Uhr ging es dann mit dem Taxi an den (völlig leeren) Flughafen. Der Flieger hob pünklich um 21:35 ab. Da einer um 00:00 Uhr seinen Geburtstag hatte und wir uns im Duty Free Shop und mit entsprechend zulässigen Mengen eingedeckt hatten,  fragte das Geburtstagskind eine Stewardess folgeden Satz: “Can we have 10 cups because there is my birthday party in this flight tonight?” Ich wies ihn darauf hin das die Kombination “Birthday Party” und “Flight” nicht sehr geschickt gewählt war und die Stewadess war von unserer Idee auch nicht angetan mit dem Hinweis es sei nicht erlaubt ist eigens mitgebrachte Flaschen im Flieger zu öffnen.

Wir gignen daher nach der Ankunft am Changi Airport zum einzigen noch offenen Restaurant: Burger King. Dort gab es dann etwas burgermäßiges  von der Betthupferlkarte und als Getränk Baileys.

Tobias Geburtstagsfeier im Burger King am Changi Airport

Tobias Geburtstagsfeier im Burger King am Changi Airport

Um 2:30 war ich dann im Bett.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.