Von Freitag 23.04 bis Sonntag 25.04 war ich mit 5 Freunden in Malaysia in den Cameron Highlands. Diese liegen ca. 200km nördlich von Kuala Lumpur. Los ging es jedeoch bereits zu Beginn der selben Woche mit der Planung der Tour: Ich reservierte Tickets für einen Bus von Singapore nach Kuala Lumpur, reservierte Bustickets von KL in die Cameron Highlands, reservierte Zimmer in einem Gästehaus in den Cameron Highlands und reservierte Tickets für einen Bus von den Cameron Highlands zurück nach KL. Eigentlich wollten wir im Father’s Guesthouse unterkommen, dieses war jedoch bereits ausgebucht. Deshalb reservierte ich ein “family room” und ein “double bed room” im Hillview Inn, unweit von Father’s Guesthouse gelegen:

Hillview Inn Guesthouse in Tanah Rata
Nach dem bis Donnerstag Abend (22.04) die Planung abgeschlossen war, sah der Stand der Dinge wie folgt aus:
- wir fahren mit einem Bus von Singapore nach KL. Abfahrt ist 23:30. Ankunft ist 4:00 Morgens und zwar am Berjaya Times Square in KL. Die Tickets habe ich reserviert und bereits gekauft und hielt sie somit in der Hand.
- wir müssen uns dann die Zeit bis 6 Uhr in KL vertreiben, da die LRT (sozusagen die Straßenbahn) erst dann wieder fährt. Wir fahren von Station Hang Tuah Richtung Sri Petaling.
- wir steigen an der vorletzten Station “Bukit Jalil” aus, da von dort aus unser Anschlussbus um 8:30 Uhr weitergeht.
- Tickets für den Anschlussbus um 8:30 Uhr von KL in die Cameron Highlands habe ich reserviert genauso wie Tickets für einen Bus von den Cameron Highlands zurück nach KL. Beide Tickets beim gleichen Unternehmen. Mir wurde gesagt, dass wir diese ohne Probleme an Schalter 55 (wo auch immer der ist…) abholen können.
- wir hatten noch kein Ticket am Sonntag von KL nach Singapore.
Wir kamen also um 4:00 Uhr morgens in KL an. Überlegten uns dann, dass wir mit einem Taxi wesentlich früher in den Highlands sind und dieses auch nicht zu teuer sein sollte, sofern wir in einem Taxi unterkämen. Wir hielten also vergeblich Ausschau nach einem Großraumtaxi. Nach einer gewissen Zeit hielten wir dann ein normales Taxi an und ich erkundigte mich, ob sie nicht eine Nummer von einem Großraumtaxi habe. Die Taxifahrerin versicherte uns, dass wir am Flughafen KL Sentral ein solchen bekommen könnten und diese auch in die Highlands fahren für ca. 250RM (= 60 Euro). Wir wollten deshalb, dass sie uns nach KL Sentral fährt, was sie jedoch ablehnte mit dem Hinweis, dass sie ihren Führerschein verlieren könnte wenn sie 6 Leute transportiere. Wir hielten sodann das nächste Taxi an. Jedoch lehnte dieser Fahrer zunächst ebenfalls ab. Wir boten ihm dann an, nicht nach Taxameter zu fahren sondern ihm 20RM (4,80) bar zu geben. Auf dieses Angebot ist er dann eingegangen. Wir quetschten uns also zu sechst in das Taxi und kamen an KL Sentral heil an.
Dort fragte uns sofort einer der 15 Personen, die die Reisebusse in die Parklücken einweisen, wo wir denn hin wollten. Ich sagte ihm, dass wir mit einem Minibus gerne in die Highlands würden. Er zog seine Breiftasche heraus und hatte sogleich eine Visitenkarte parat. Er wählte eine Nummer und sagte mir dann, dass wir hier ein paar Minuten warten sollten, er habe jemand bestellt. Ich sagte ihm, dass wir eigentlich zunächst mal wissen wollen, was es kostet, da wir nicht zu einem beliebigen Preis fahren wollen. Er entgegente jedoch nur, dass das alles kein Problem sei.
Nach ca. 30 Minuten herumstehen sprach mich sein Kollege dann an, wieso wir hier die ganze Zeit herumstehen würden. Ich sagte ihm, dass wir immer noch auf den Minibus warten, der uns in die Highlands fahren soll. Wir erfuhren so, dass es gar keine Minibusse gibt und die Busse, die in die Cameron Highlands fahren, definitiv nicht hier abfahren. Ich erwiederte, dass uns sein Kollege aber vor 30 Minuten das Gegenteil behauptete (wohlgemerkt, dass der ursprüngliche Kollege die ganze Zeit vor uns stand und fleißig Busse eingewiesen hat). Nach einem kurzen malayischen Gespräch unter den beiden Kollegen fuhr mich ersterer an, dass er mir bereits vor 30 Minuten gesagt hätte, dass er kein Minibus bestellt hat! Wir begriffen also, dass mit den Kollegen vor Ort kein Weiterkommen möglich war und machten uns auf den Weg zur LRT-Station KL Sentral.

Petronas Towers
Wir kamen dann schließlich gegen 7:30 in “Bukit Jalil” an und standen vor einer Zeltlandschaft, die angepriesenen Schalter, die alle Tickets in die unterschiedlichsten Landesregionen von Malaysia verkauften. Wir machten uns auf die Suche nach Schalter 55. Dort angekommen wurde mir erst mal höfflich mitgeteilt, dass der Bus nicht um 8:30 Uhr sondern erst um 9 Uhr losfährt. Während ich eine hiesige Diskussion mit der Dame führte zur Thematik, was das eigentlich alles soll, machten sich einige meiner Freunde auf zu einem nächsten Schlater. Kurz danach erfuhr ich, dass zwei Schalter weiter Bustickets verkauft werden für einen Bus, der um 8:30 Uhr in die Highlands fährt und dort auch Tickets für den Weg zurück und sogar Tickets von KL zurück nach Singapore zu haben waren. Da wir zu sechst waren bekämen wir dort auch noch Rabatt, so dass die Tickets etwas günstiger waren als die bereits reservierten. Ich teilte somit der Dame mit, dass wir die reservierten Tickets nicht nehmen werden. Darauf hin zog sie ihr Handy aus der Tasche, wählte hecktisch eine Nummer und führte eine lautstarke Unterhaltung. Sie drückte mir dann das Handy in die Hand und sagte, dass ich die Tickets nehmen MÜSSTE, da ich sie ja auch reserviert hatte. Am anderen Ende der Leitung war angeblich ihre Managerin. Diese sagte mir auch noch mal, dass ich die Tickets unbedingt nehmen müsste, da ich sonst bei diesem Unternhemen in Zukunft unter meinem Namen keine Tickets mehr reservieren darf. Da ich nur einen Teil meines Vornamen hinterlassen hatte und ca. 87 andere Busunternhemen im Umkreis von 4,5m waren sagte ich nur: “Ok.”. Ich gab der Dame das Handy zurück und sagte, dass ich die Tickets nicht nehmen werde. Darauf hin viel der Dame alles aus dem Gesicht und sie rief sofort wieder bei der Managerin an. Wie es weiterging weiß ich nicht, da ich bereits auf dem Weg zu Schlater 57 war.
Wir hatten also für 5 EUR Tickets in die Cameron Highlands in einem VIP-Bus, der in Bucht 4 steht. Wir begaben uns somit zu Bucht 4. Hier stand zwar ein ca. 40 Jahre alter Bus, der diverse Dellen und Schrammen hatte und an einigen Stellen geflickt war aber kein VIP Bus. Nachdem wir etwas ratlos herumstanden erfuhren wir dann, dass dies unser “VIP-Bus” war. Mit diesem ging es ca. 4h einen engen Bergpass hinauf ohne Leitplanken etc. In jeder Linkskurve gab es einen unglaublich lauten Schlag in der Nähe der Hinterachse, wo wir saßen. Wir waren uns jedoch sicher, dass dies das Gepäck ist welches von innen an die Tür schlägt…oder auch nicht?

Bus von KL nach Cameron Highlands
Die Fahrt an sich ist schwer zu beschreiben, aber sie war ein Abentuer für sich. Das Highlight der Fahrt war ein Überholmanöver kurz vor einer Kurve, was sich aufgrund der geringen Geschwindigkeitsdifferenz zwischen unserem Bus und dem zu überholenden LKW über weitere 3 blinde Kurven zog. Hier ein Bild vom Führerhaus:

Das Führerhaus
Angekommen in den Cameron Highlands (Tanah Ratah) buchten wir im Father’s Guesthouse (uns wurde aus nicht-malayischer Quelle gesagt, dass dies die besten Touren seien) eine geführte Tour mit insgesamt 6 Stationen.
1. Eine Erdbeer-Plantage:

Eine Strawberry Farm in den Cameron Highlands
2. Die Boh-Tee-Plantage (das Highlight der Tour):

Die Boh Tea Plantation

Die Boh Tea Plantation

Die Boh Tea Plantation
3. Der Rosen-Center, von dessen “Hinterhof” man einen phantastischen Ausblick hatte:

Der Rose Center

Der Rosen Center

Ausblick vom "Hinterhof" des Rose Center

Der Ausblick vom "Hinterhof" des Rose Centers

Ausblick vom "Hinterhof" des Rose Centers
4. Der Insektenpark:

Schwarze Skorpione im Insektenpark

Schwarzer Skorpion im Insektenparkt
5. Der Schmetterlingspark:

Im Schmetterlingspark
6. Ein Tempel:

Tempel in den Cameron Highlands
Am Abend wollten wir dann auf den Nightmarket, unweit von Tanah Ratah entfert gehen, da es hier angeblich günstig hervorragende Satay-Spieße geben sollte. Wir erfuhren jedoch, dass dieser um 22 Uhr bereits geschlossen hat. Wir hatten also eine komplett falsche Vorstellung von “Nightmarket”.
Wir vertrieben uns die Zeit in Tanah Ratah und kamen an einem kleinen Stand vorbei der Hüte verkaufte. Einer meiner Freunde setzte sich einen camouflage-Rangerhut auf. Er fragte was dieser kosten soll, die Antwort war 18 Ringgit (6,70 Euro). Ich sagte aus Spaß, dass dies aber teuer sei, worauf hin der Verkäufer zu meinem Freund meinte: “ok. 15″. Darauf meinte ich recht trocken: “How about 10?” (= 2,40 Euro). Daruaf der Verkäufer: “ok.” Wir teilten also den anderen mit, dass es die Möglichkeit gäbe, für 10 Ringgit einen solchen Hut zu kaufen. Da der Verkäufer noch genau 5 übrig hatte bot es sich an, dass jeder einen nimmt. Jedoch wollten insgesamt nur 3 Leute einen haben. Dies bot nichtsdestotrotz die Möglichkeit einen Mengenrabatt einzufahren. Wir fragten also, was ein Hut kostet, wenn wir drei nehmen würden. Die Antwort war 8 Ringgit. Wir erklärten uns demnach bereit ihn für 7 Ringgit zu nehmen. Der Verkäufer fragte uns daraufhin aus welchem Land wir seien und sagte, dass wir die Hüte für 7 Ringgit bekämen, wenn wir die deutsche Nationalhymne singen. Da die Kaufbereitschaft der anderen drei ungemein gestiegen ist bei einem Preis von 7 Ringgit, stimmten wir also zu sechs ein und sangen die deutsche Nationalhymne.
Anschließend setzten wir uns die Hüte auf und stellten die suggestive Frage aus welchem Land denn der Verkäufer sei. Überrschenderweise kam dieser aus Malaysia. Da uns die malayische Hymne nicht geläufig war baten wir den Verkäufer darum, uns doch diese mal vorzusingen. Er zögerte nicht lange und began zu singen, was dieverse Leute auf der Straße etwas stutzig machte und sich deshlab langsam aber sicher einige Neugierigen um uns herum versammlten.
Am Sonntag haben wir dann nach gemeinsamen Omlettfrühstück eine Jungle Trekking Tour gemacht. Nach einem anfänglich bequemen 10 minütigem Spaziergang auf einem recht breiten und unspektakulärem Weg endete dieser in einem schmalen Pfad. Von hier aus folgte im wahrsten Sinne des Wortes ein Aufstieg mitten im Urwald bei dem über Stock und Stein geklettert werden musste. Mit dem Wissen aus dem Insektenpark über das in der Region vorkommende “Wildlife” hatte die Klettern und Wandern im Urwald einen besonderen Beigeschmack.

Jungle Trekking

Jungle Trekking

Jungle Trekking

Jungle Trekking

Jungle Trekking
Wir benötigten für geschätzte 3km ca. 4 Stunden. Ziel der Tour durch den Dschungel war ein 1800 Meter hoher Berg von dessen Gipfel aus man eine tolle Sicht über die Cameron Highlands haben sollte:

Auf dem peak

Auf dem peak
Um 16:30 ging unser Bus dann zurück Richtung KL. Es handelte sich anscheinend um den gleichen Bus wie bei der Hinfahrt. Die Fahrt berab verlief zunächst recht unspektakulär, allerdings erhöhte sich die Kurvengeschwindigkeit zunehmend. Man konnte regelrecht hören, wie die Bremse nach einer gewissen Zeit schleiften und nicht mehr richtig zupackten. Der Busfahrer musste deshalb seine Fahrweise anpassen, was darin bestand vor der Kurveneinfahrt ordentlich zu hupen, um dem entgegenkommenden Verkehr mitzuteilen, dass er beiden Spuren in der Kurve benötigt.
Wir hielten dann auf halber Höhe auf einem Busfriedhof an und der Fahrer fuhr mit den Vorderreifen und voll besetztem Bus auf eine Rampe. Ein Mechaniker schaute sich kurz an was los war. Allerdings schien es nichts weiter schlimmes zu sein und es gab auch nicht zu reparieren, denn nach einer Kurzen Zigarettenpause des Fahrers und des Mechanikers ging es auch schon wieder weiter.
Wir kamen aufgrund der Verzögerung um 22 Uhr in KL an. Unser Anschlussbus startete um 23:45, weshalb wir pünktlich um 23:30 am vereinbarten Ort sein sollten. Wir vertrieben uns die Zeit auf dem Nightmarket in KL in China Town. Ein Freund von mir wollte sich hier eine Notebooktasche kaufen, die ein Freund seinerseits einige Tage zuvor für 90 Ringgit erstanden hatte. Am besagten Stand schauten wir beide uns also nach Taschen um. Der Rest der Truppe schaute in der Zwischenzeit an anderen Ständen nach anderen Artikeln. Kaum waren wir da, hatten wir auch schon die Aufmerksamkeit der Verkäuferin erlangt. Wir erkundigten uns nach dem Preis der Wunschtasche: 220 Ringgit. Nach dem mein Freund die Tasche aufgrund des zu hohen Preises direkt wieder weglegen wollte, fragte die Verkäuferin ihn nach seiner Zahlungsbereitschaft, indem sie ihm einen Taschenrechner in die Hand drückte, in den wir unser Angebot eingeben sollten. Er tippte: 50. Die Frau erklärte uns aufgeregt, dass dies unmöglich sei und rief ihren Mann (oder weiteren Verkäufer). Dieser versuchte uns zu überzeugen, dass es sich um eine echte Ledertasche hielt, indem er mit einem Feuerzeug versuchte das Leder “anzubrennen”. Allerdings war mein Freund gut informiert und wusste, dass auch Kunstleder nicht anfängt zu brennen. Wir verharrten also auf 50 Ringgit. Der Verkäufer merkte, dass er am Preis definitiv etwas machen muss und sagte: “ok. Last price: 190″. Wir merkten also, dass hier zwei Welten aufeinander trafen, die ohne Weiteres nicht zu vereinen sind: Wir wollten nicht mehr als 90 Ringgit zahlen und der Verkäufer beschwörte die extrem hohe Qualität des Produktes im Vergleich zu allen anderen auf dieser Welt erhältlichen Produkten. Nagut, es sollte halt nicht sein und wir wollten gehen. In diesem Moment reduzierte jedoch die Frau den Preis schlagartig von 190 auf 110 Ringgit. Das war natürlich ein äußerst unkluger Zug, denn damit war die zuvor angepriesene Qualitätskomponente ad absurdum geführt. Und wir begannen nun so richtig zu verhandeln. Die Wiederholung von 50 Ringgit und ein Zugeständnis von 5 Ringgit auf 55 Ringgit reduzierte den Preis seitens des Verkäufers auf 90 Ringgit. Die Aussage, ein Kumpel hätte die gleiche Tasche vor ein paar Tagen für 50 bekommen reduzierte den Preis auf 70 Ringgit. Dann haben wir zugeschlagen und haben die Sache beendet.
Mir viel in diesem Moment wieder ein, dass ich in 2008 bereits schon einemal festgestellt habe, dass eine beliebige Ware zu ca. 1/3 des zuerst vom Verkäufer vorgeschlagenen Preises zu haben ist oder sogar für weniger aber nie für mehr. Der Hut ging von 18 auf 7, die Tasche von 220 auf 70. Mit etwas Varianz widersprechen diese 2 Beispiele meiner Theorie zumindest nicht.
Wir liefen also zum vereinbarten Treffpunkt, der nicht weit vom Nightmarket entfernt war und ich wollte die Tickets für unseren Bus am Schlater, der in einen 7-11 Shop eingebaut war, abholen. Die Frau hinter der Theke meinte jedoch nur: “No bus.” Ich erkundigte mich, wie genau sie das nun meint und sie präzisierte: “No bus to Singapore at eleven forthy five.” Ich zeigt ihr meine Reservierungskarte mit den bereits bezahlten Tickets. Dann wiederholte sie das bereits Gesagte und wies mich darauf hin, dass ein Bus erst um 00:45 fährt. Wir mussten also noch 1h vor dem Kiosk warten bis wir die Heimreise antreten konnten.
Die Heimreise an sich war in ordung und wir konnten ein paar Stunden schlafen, jedoch nur so lange wir nicht in Johor Bahru waren, da hier Schlaglöcher auf den Straßen die Regel sind.