Leider muss ich wieder einen Blog schreiben. Leider, weil ich eigentlich meine Zeit für andere Dinge verwenden sollte. Aber Etihad übertrifft sich von Tag zu Tag selbst in einer Art und Weise, die mich einfach zwingt es nieder zu schreiben. Ich könnte nicht ruhig schlafen und hätte Tag ein Tag aus Gewissensbisse, da die Person, die es eigentlich betrifft mir so am Herzen liegt und weder zeitlich noch technisch die Möglichkeit groß hat es zu tun.
Wahrscheinlich können nur Kunden der Bahn im Moment nachvollziehen wie ich und meine Freundin sich fühlen, wenn wir den Name “Etihad” hören.
In meinem ersten Blog beschrieb ich, welchen Aufwand ich betreiben musste, um eigentlich nur herauszufinden, dass man uns nur in Sydney weiterhelfen kann, wenn es darum geht den Rückflug eines bereits bezahlten Open-Return-Tickets mit Etihad zu buchen bzw. umzubuchen.
In meinem zweiten Blog beschrieb ich dann, was ich gemacht habe und rausgefunden habe, nachdem ein halbwegs unqualifizierter Kommentar zu meinem ersten Blog abgegeben wurde und den Schlussfolgerungen die ich aufgrund dieser Analyse und Ergebnisse getroffen habe.
Dieser dritte Blog geht darum, wie die Geschichte zuende ging. Zumindest sieht es im Moment so aus, als wäre dies der Fall. Ich hoffe es, denn die Lebensqualität ist allmählich am sinken aufgrund dessen wie man mit uns umgeht.
Ich hatte am 11.03.2011 die Möglicheit kurz mit meiner Freundin zu telefonieren. Sie sagte mir, dass sie, wie von Etihad gewünscht(!), in Sydney angerufen hat, jedoch niemand ans Telefon ging (mal wieder) und sie in Indien gelandet ist. Dort hatte man großen Verständnis dafür, dass sich meine Freundin aufgeregt hat. Zusätzlich war es sogar möglich den Flug zu buchen, allerdings war es nicht möglich ihr eine Buchungsbestätigung zu schicken. Außerdem musste die Mitarbeiterin in Indien noch prüfen, ob die Umbuchung kostenlos ist. Um dies zu erfahren, sollte sie am nächsten Tag noch mal in Sydney anrufen. Da sie das Telefon der Gastfamilie benutzte bat meine Freundin darum zurückgerufen zu werden, um zu erfahren, ob es nun kostenlos umbuchbar ist oder nicht (was eigentlich ein Witz ist, da sie ja bereits weiß, dass sie einmal kostenlos umbuchen kann). Allerdings wurde ihr gesgt, dass sie mit einem “only inbound call center” telefoniert, der natürlich nirgends anrufen kann.
Da meine Freundin mittlerweile die Hausbewohner, die über ein Telefon verfügen, davon überzeugen konnte, dass sie wirklich deren Telefon benutzen muss, rief sie am nächsten Tag wieder in Sydney an. Da dort niemand ans Telefon ging, kam sie in Japan raus (kein Witz!!).
Etihad Japan sagte ihr dann, dass sie sich nicht erklären können, weshalb Etihad Indien keine Bestätigung schicken konnte. Auf Bitten meiner Freundin dies doch nun endlich zu veranlassen, sagte man ihr, dass man jedoch erst noch prüfen müsse, ob die Umbuchung kostenfrei sei. Hierzu bot die japanische Etihad Mitarbeiterin an meine Freundind zurückzurufen (ah ein In- und Outbound Call Center, Chapeau Chapeau!). Dies Tat sie und man teilte meiner Freundin mit, dass seit 01. Februar 2011 eine neue Regel besteht, die besagt, dass für alle Buchungen die nicht über Etihad direkt stattfinden 20$ Gebühr erhoben werden müssen. Meine Freundin erwiderte, dass es sich nicht um eine Buchung sondern um eine Umbuchung einer bereits getätigten Buchung handelt. Man hatte auch in Japan großes Verständis für was passiert ist, allerdings liegt das Umbuchungsdatum vom 09.03.2011 ja offensichtlich nach dem 01.02.2011. Somit sind der Mitarbeiterin in Japan die Hände gebunden (Stichwort IT-System, kann man nix machen) und sie hat nur die Möglichekit zu bezahlen oder eben den Flug nicht zu bekommen und stattdessen von Sydney aus zu fliegen (man erinnert sich, dass ich im ersten Blog schrieb, dass wir ceteris paribus den Abflughafen Sydney umbuchen wollen auf Abflughafen Brisbane).
Meine Freundin legte nach und erklärte, dass ihr Ticket in der Tat über ein Reisebüro gebucht wurde, sprich nicht direkt über Etihad, der Buchungstag jedoch im September 2009 war, lange bevor diese neue Regel etabliert wurde. Des Weiteren, erklärte sie, dass es ja laut den Konditionen des Open-Return-Tickets kostenlos ist einmal umzubuchen und 20$ ja signifikant größer als Null ist. Jedoch war das alles vergeblich.
Es wurden Standardsätze heruntergeratter, wie “Ich kann verstehen wieso sie sich aufregen, aber leider können wir nicht…” und die neue Regel wurde wiederholt. Das schlägt dem Faß den Boden aus!
Meine Freundin tat dann, das in diesem Moment wohl richtige: sie resignierte und gab ihr Kreditkartendaten heraus, so dass Etihad abbuchen kann und sie endlich endlich eine Bestätigung bekam, dass sie den Flug bekam den sie wollte, nämlich am 19.05.2011 von Brisbane nach Frankfurt zu fliegen.
Nun, fassen wir zusammen: Sie hat ein Ticket gekauft und bezahlt. Sie und ich haben Zeit, Mühe (das sind auch Kosten) und Geld investiert um herauszufinden, wie wir uns verhalten zu haben, um das zu bekommen was uns zusteht. Nachdem wir das herausgefunden haben, mussten wir Geld bezahlen um es auch tatsächlich zu bekommen.
Ich hatte ja in meinem zweiten Blog vermutet, dass es einfacher ist einen Pudding an die Wand zu Nageln als von Etihad einen guten Service erwarten zu können. Es ist sogar noch schlimmer gekommen als gedacht…
Meine Freundin bat mich dann ihr E-Mail-Postfach zu prüfen, ob denn nun einen Bestätigung ankam. Die Antwort ist nein, nicht eine sondern drei Bestätigungen befinden sich in ihrem Postfach: eine aus Indien, eine aus Sydney und eine aus Japan. Alle drei Buchungsbestätigungen sind aufgrund des Absenders im Spam (laut Wikipedia von englisch für ‚Abfall‘ oder ‚Plunder‘) gelandet, da wo sie hingehören!
Jetzt stellen sich mir, analog zum ersten Blog, mir mal wieder ein paar Fragen:
- Wie ist es möglich, dass man mir in Deutschland sagt, nur Sydney kann uns helfen, im Endeffekt aber Japan uns hilft? Handelt es sich hier um eine Falschaussage seitens Etihad? In wie fern wurde diese vorsätzlich getroffen damit wir weiter und weiter in Sydney anrufen?
- Wie ist es möglich, dass Etihad Indien uns zwar einen Flug buchen kann, nicht aber bestätigen kann, diese Bestätigung aber im Endeffekt doch kommt?
- Wieso kann Etihad Japan nicht nachvollziehen, weshalb Etihad Indien keine Bestätigung schicken kann?
- Wieso sind die IT-Systeme so wenig flexible, dass man uns völlig zu unrecht eine Gebühr aufdrückt? Aufgrund der Tatsache, dass man uns kostenlos einen Rückflug bucht müssen die Mitarbeiter doch sehen, dass es sich um ein offenes noch nicht vollständig benutzes Ticket handelt. Wieso fallen dann Gebühren an?
- Ab wann ist eigentlich ein schlechter Service Betrug?
- Ab wann werden vom Unternehmen getroffene Aussagen, die nicht zutreffen oder nicht weiter helfen Betrug?
- Handelt es sich um unlauteren Wettbewerb, wenn dem Kunden Produkte verkauft werden mit Konditionen die hinterher nicht eingehalten werden? Ist das dann auch schon Betrug?
Es wäre in der Tat mal interessant zu wissen, was ein Jurist in einem solchen Fall vorschlägt. Man könnte die Anrufe zwar nicht beweisen, es sei denn sie wurden aufgezeichent und nicht gelöscht, aber die Abbuchnung der 20$ sind nachweisbar ebenso wie die Ticket konditionen zum Kaufzeitpunkt. Das müsste doch langen.
Und die folgende Frage muss sich Etihad in jedem Fall gefallen lassen: Wieso hat es die Inhaber eines Open-Rturn-Tickets, die noch nicht ihren Rückflug angetreten haben, nicht rechtzeitig informiert darüber, dass ab 01.02.2011 eine Änderung stattfindet (die eigentlich nichts mit dem Ticket zu tun haben)? Die Tatsache, dass nicht informiert wurde, ist eigentlich der Beweis, dass es mit einer Umbuchung eines Tickets nichts zu tun hat sondern sich eben nur auf Neubuchungen bezieht. Oder wurde meiner Freundin die neue Regel falsch geschildert?
Im nachhinein muss ich feststellen, dass Etihad tatsächlich weltklasse ist nämlich im Aufstellen neuer Rekorde sich bis auf die Knochen zu blamieren. Etihad ist auch weltklasse darin Verständnis aufzubringen dafür, dass sich ein Kunde aufregt und gleichzeit alles dafür tut, damit das auch so bleibt. Hier muss man richtig kreativ sein: Die wenigsten Unternehmen schaffen das, oder? Sollte es der Fall sein, dass es mehrere Unternehmen gibt, die das schaffen, dann wären wir wieder beim Beispiel des Einäugigen unter den Blinden…siehe zweiter Blog.
Ich habe mir außerdem überlegt, wie kreativ Etihad wohl sein wird, wenn es darum geht uns zu erklären, dass wir die 20$ nicht zurückbekommen können. Ich habe daher ein paar Vorschläge für Ausreden für Etihad entwickelt. So könnte man sagen
- Da wir ja die Kreditkartendaten freiwillig herausgegeben haben, haben wir ja auch der neuen AGB zugestimmt. Ein widerruf war innerhalb von 14 Tagen TELEFONISCH IN SYDNEY möglich. Dort haben wir uns allerdings nicht gemeldet. Daher kein Geld zurück. Hier muss der Kunde nur eingestehen, dass er tatsächlich nicht mit Sydney telefoniert hat sondern nur angerufen hat. Gut es ging niemand dran, aber in der AGB steht ja “telefonieren”.
- Dass uns ja in Deutschland gesagt wurde, dass man nur in Sydney umbuchen kann, wir aber in Indien haben buchen lassen und die Buchung haben in Japan bestätigen zu lassen. Da jedoch nur Sydney dafür verantworlich ist und dort ja nicht bezahlt wurde, kann man das Geld unmöglich zurück holen. Hier muss der Kunde nur etwas Verständnis für die komplexen Strukturen eines internationalen Konzerns aufbringen…
Auch muss ich feststellen, dass sich bis heute Rosita nicht mehr gemeldet hat.
Lange habe ich darüber nachgedacht, ob man ein solches Fehlverhalten bestrafen sollte und wenn ja, wie man das am effizientesten macht. Klagen und sowas würde vllt. klappen, ist also effektiv aber nicht effizient sofern es nicht groß in der Presse auftaucht. Dann habe ich mir überlegt, dass wenn es tatsächlich so ist, dass zwischen verschiedenen Airlines Wettbewerb bestehet es doch super wäre den Markt über Nachfrage und Angebot das regeln zu lassen. Der Markt ist ja bekanntlich effizient (nicht immer gerecht). Just in diesem Monent habe ich bei der FAZ einen Leserkommentar gelesen, der zu einem Artikel bzgl. der Streiks bei der GdL verfasst wurde. Da wurde am 09. März 2011 17:33 folgendes verfasst vom user “Erich Jansen (Nonosus)”:
Meinen Studenten stelle ich gerne folgende Rätselfrage: “Wenn ich nicht mitfahre, kommt dann der ICE trotzdem?”
Aus der Mikroperspektive scheint der Fall klar zu sein. Naürlich fährt der Zug auch ohne mich fahrplanmäßig. Aus der Makroperspektive aber fahren die Züge nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Wenn keiner mit will, eben langfristig gar nicht.
Die GdL sollte sich diese Logik zu Herzen nehmen. Ohne Fahrgäste braucht es eben auch keine Fahrer. Mal sehen, was die Herrn Funktionäre ihren “Kollegen” erzählen, wenn es betriebsbedingte Kündigungen hagelt.
Das ist ja genau das was man hier auch sagen könnte: Wenn ich nie wieder mit Etihad fliege dann fliegen die zwar aus einer mikroökonomischen Sicht morgen auch noch, aber aus einer makroökonomischen Sicht nicht mehr unbedingt. Es sei denn sie gehen mit dem Preis runter…Und das ist ja mal ein guter Hebel. Etihad zum Preis und somit auch Service von Tiger Airways in Asien oder weg vom Markt. Das ganze kann man mit bissi Mund-zu-Mund-Propaganda beschleunigen. Ob sich Etihad wohl irgendwann mal bei mir meldet, weil sie das zu Herzen nehmen?
Manchmal muss man sich gewisse Sachen einfach mal auf der Zunge zergehen lassen, damit einem das Ausmaß klar wird:
Da ist man in Australien und verdient sich als Frau unter unmenschlichen Bedingungen ein paar AUD. Man ist sozusagen von der Außenwelt abgeschottet, hat kein eigenes Internet und Telefon. Nur alle 14 Tage, wenn man in der Stadt ist, kann man mit dem Handy bei Etihad anrufen um ein bereits bezahltes und bestehendes Ticket umzubuchen. Man muss jedoch jemand anderen bitten dies zu tun, weil keiner ans Telefon geht und keiner auf E-Mails antwortet. Um den Abflughafen eines Rückflugs umzubuchen (nicht zu buchen) haben/mussten wir mit Australien (Sydney), VAE (Abu Dhabi), Deutschland (Köln, München, Frankfurt), Indien (Bombay), Japan (Keine Infos) telefonieren. Dieser Prozess zieht sich über 3 Monate hinweg. Am Ende bekommen wir sinngemäß gesagt, dass sich vor kurzem die Regeln geändert haben und wir uns früher hätten melden müssen, wenn wir nicht zusätzlich Geld bezahlen wollen.
Dabei wurden wir etliche male immer wieder nach der Ticketnummer gefragt, ein eindeutiger Identifier, über die auf Daten des Tickets weltweit zugegriffen werden kann. Aber die wirklich wichtige Info, nämlich einen Flug umzubuchen und zu bestätigen konnte man uns weltweit wegen der IT-Systeme nicht geben. Die Systeme haben es allen Mitarbeiter weltweit nicht erlaubt die Daten einzusehen. Auch war es nicht möglich mit dem gleichen IT-System festzustellen, dass in den vergangen Tagen etliche male nach dieser Ticketnummer gesucht wurde. Es scheint auch im IT-System nicht vorgesehen zu sein einen Status der Bearbeitung oder ähnliches zu vermerken, denn wie sonst erklärt man sich, dass nach 4 mal feststellen, dass man nicht auf die Konditionen des Tickets zugreifen kann immer wieder genau das versucht wird. Und immer wieder muss der Kunde warten um etwas zu erfahren, was er schon weiß. Wir hätten nach Deutschland allen Ländern in denen wir gelandet sind direkt sagen können, dass sie gar nicht erst versuchen brauchen irgendwas über das Ticket zu erfahren, da es nur in Sydney geht. Aber nein, immer wieder wird erst mal “gecheckt”.
Es ist unbeschreiblich welche Gefühle bei einem solchen Vorgehen und Umgabg der Satz “I understand your problem, but…” und dann kommt irgendwas, was scheinbar erklärt, weshalb es ja nicht der Person ihr Problem ist mir nicht weiterhelfen zu können sondern ein von Etihad gegebenes Hindernis. Kurzum: Etihad hat sich so organisiert, dass einem bei Etihad keiner mehr weiterhelfen kann. Was soll man von so etwas halten? Es fehlen einem schlicht die Worte…Gut nur das wir beide englisch Sprechen, man stelle sich vor wir täten das nicht…Du liebe Zeit.
Wenn es nicht so deprimierend und armselig wäre, müsste man drüber lachen. Witzigkeit kennt ja bekanntlich keine Grenzen…